Verwaltungslähmung

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten war ich immer mal wie­der in Behör­den zu Gast und habe dort eine Rei­he von Gesprä­chen geführt, die jeweils einen gewis­sen Ein­druck hin­ter­las­sen und mich irgend­wie nicht los­ge­las­sen haben. Es ging bspw. um Per­so­nal­man­gel oder dar­um, dass die Auf­ga­ben immer mehr und immer kom­ple­xer wür­den und man nicht mehr hin­ter­her­kom­me und… Ver­wal­tungs­läh­mung weiterlesen

Der Versuch eines kompakten Denkmodells über Organisationen

In die­sem Text wird ver­sucht, ein „Denk­mo­dell“ über Orga­ni­sa­tio­nen zu for­mu­lie­ren, und zwar aus­ge­hend vom Zweck einer Orga­ni­sa­ti­on. Der Bei­trag ist Teil der Tex­te zu mei­ner Vor­le­sung zum The­ma Orga­ni­sa­ti­ons­psy­cho­lo­gie an der Dres­den Inter­na­tio­nal Uni­ver­si­ty. Aus­gangs­punkt des Tex­tes ist ein eher ein­fa­ches Bei­spiel, das wir auch schon an ande­rer Stel­le als Grund­la­ge für die ers­ten… Der Ver­such eines kom­pak­ten Denk­mo­dells über Orga­ni­sa­tio­nen weiterlesen

Der Zeitpunkt gibt oft den Ausschlag über den Erfolg einer Intervention

In der ver­gan­ge­nen Woche war ich zu Gast in zwei ver­schie­de­nen Feu­er­weh­ren. Die Aus­gangs­la­gen waren ähn­lich (zer­strit­te­ne Wehr­lei­tun­gen), und mei­ne Vor­ge­hens­wei­se war in bei­den Fäl­len gleich: Ein­zel­ge­sprä­che mit allen Betei­lig­ten und danach Durch­füh­rung einer Aus­spra­che mit allen Betei­lig­ten. Zu Beginn der Aus­spra­che habe ich jeweils mei­ne Ana­ly­se der Situa­ti­on prä­sen­tiert. In bei­den Fäl­len haben alle… Der Zeit­punkt gibt oft den Aus­schlag über den Erfolg einer Inter­ven­ti­on weiterlesen

Pflichtverwahrlosung

Beim Begriff der „Pflicht­ver­wahr­lo­sung“ han­delt es sich ver­mut­lich um ein im deut­schen Sprach­ge­brauch neu­es Wort. Zumin­dest kann­te Goog­le, Stand: 30.12.2024, den Begriff nicht. Wahr­schein­lich kommt der ame­ri­ka­ni­sche Begriff „dere­lic­tion of duty“ nach H.R. McMas­ter dem, was hier beschrie­ben wer­den soll, am nächs­ten. Aller­dings wird die „Pflicht­ver­wahr­lo­sung“ hier nicht von McMas­ters Begriff abge­lei­tet, son­dern resul­tiert aus… Pflicht­ver­wahr­lo­sung weiterlesen

Wie funktioniert der „interdisziplinäre Erstkontakt“?

Es han­delt sich hier auf den ers­ten Blick um eine sehr spe­zi­el­le Fra­ge — gestellt in mei­ner Orga­­ni­­sa­­ti­ons­­psy­cho­­lo­­gie-Vor­­­le­­sung im Mas­ter­stu­di­en­gang Kom­mu­ni­ka­ti­ons­psy­cho­lo­gie an der Dres­den Inter­na­tio­nal Uni­ver­si­ty, die ich heu­er nach 39(!) Semes­tern, wäh­rend der ich an der DIU Lehr­auf­trä­ge hat­te, zum letz­ten Mal hal­te. Als ich die Zahl 39 rea­li­sier­te, kam ich zu dem Schluss, dass… Wie funk­tio­niert der „inter­dis­zi­pli­nä­re Erst­kon­takt“? weiterlesen

Moralische Erschöpfung

Teil 1: Mora­li­sche Ver­let­zung So weit ich weiß, gibt es den Begriff der mora­li­schen Erschöp­fung noch nicht. Aber der Begriff beschreibt ein der­zeit häu­fig zu beob­ach­ten­des Phä­no­men. Was es bereits gibt, ist der Begriff der „mora­li­schen Ver­let­zung“ (moral inju­ry). Mora­li­sche Ver­let­zung tritt bei­spiels­wei­se bei Ein­satz­kräf­ten in Aus­lands­ein­sät­zen auf, wenn sie andau­ernd mensch­li­ches Leid beob­ach­ten, aber… Mora­li­sche Erschöp­fung weiterlesen

Brauchen andere Zeiten auch andere Kommunikationstheorien?

Führt unser Wis­sen über Kom­mu­ni­ka­ti­on tat­säch­lich noch zu einer „bes­se­ren Pra­xis“ oder zu „mehr Gelin­gen“? Manch­mal fra­ge mich, ob unse­re Modell­vor­stel­lun­gen von Kom­mu­ni­ka­ti­on tat­säch­lich noch „ange­mes­sen“ oder „aus­rei­chend“ sind. Eine gute Theo­rie soll ja die Pra­xis erhel­len, sie soll beschrei­ben, erklä­ren — und sie soll Vor­her­sa­gen ermög­li­chen. Zum Bei­spiel soll sie begrün­de­te Unter­schei­dun­gen zwi­schen dem… Brau­chen ande­re Zei­ten auch ande­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­rien? weiterlesen

Wie geht es mit unseren Organisationen weiter? „Safe space“ als Abwehrmechanismus

Wenn mei­ne Beob­ach­tun­gen nicht falsch sind, dann steigt nicht nur die Zahl der Men­schen, die ihren Ver­bleib bei einem Arbeit­ge­ber hin­ter­fra­gen, son­dern auch die Inten­si­tät der Hin­ter­fra­gung. Man fragt sich viel­leicht, ob die eige­nen Erwar­tun­gen erfüllt wer­den, ob der Arbeit­ge­ber der „rich­ti­ge“ ist, ob die Wer­te des Arbeit­ge­bers zu den eige­nen Wer­ten pas­sen o.ä. Das… Wie geht es mit unse­ren Orga­ni­sa­tio­nen wei­ter? „Safe space“ als Abwehr­me­cha­nis­mus weiterlesen

Die Relevanz psychologischer Sicherheit als Routine in Hochrisiko- und Einsatzorganisationen

Die­ser Tage ist in Füh­rungs­kräf­te­trai­nings viel von „psy­cho­lo­gi­scher Sicher­heit“ die Rede. Man meint damit eine Atmo­sphä­re, die es Mit­ar­bei­te­rin­nen oder Mit­ar­bei­tern ermög­licht, alles anzu­spre­chen, was sie anspre­chen wol­len, ohne Angst vor nega­ti­ven Kon­se­quen­zen haben zu müs­sen. Die viel­leicht ein­drucks­volls­ten Bele­ge für die Rele­vanz der psy­cho­lo­gi­schen Sicher­heit für die Leis­tung von Orga­ni­sa­tio­nen hat Amy Edmond­son mit… Die Rele­vanz psy­cho­lo­gi­scher Sicher­heit als Rou­ti­ne in Hoch­ri­si­ko- und Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen weiterlesen

Die Psychologie „hinter“ Mitarbeitergesprächen

Wäh­rend es zur Durch­füh­rung von Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen zahl­lo­se Ablauf­mo­del­le und Werk­zeug­käs­ten gibt, sei in die­sem Text ein­mal aus­führ­li­cher auf ein paar Kon­zep­te „hin­ter“ der Gesprächs­füh­rung ein­ge­gan­gen. Nach mei­nem Dafür­hal­ten erge­ben sich die für Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che not­wen­di­gen Hal­tun­gen, Gesprächs­ele­men­te und ‑tech­ni­ken ganz auto­ma­tisch aus die­sen Theo­rien — ganz nach dem Leit­satz, dass eine gute Theo­rie hilft, die Pra­xis… Die Psy­cho­lo­gie „hin­ter“ Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen weiterlesen

Organisationale Bypässe

Stel­len Sie sich fol­gen­de Situa­ti­on vor: Eine Vor­ge­setz­te gibt einem ihrer Mit­ar­bei­ter Feed­back. Zu die­sem Feed­back gehö­ren posi­ti­ve, aber auch kri­ti­sche Din­ge. Die Vor­ge­setz­te erin­nert sich an ein Semi­nar. In die­sem Semi­nar war davon die Rede, dass die rela­tiv bekann­te „San­d­­wich-Tech­­nik“ — man begin­ne mit etwas Posi­ti­vem, kom­me dann zur Kri­tik, for­mu­lie­re auf der Grund­la­ge… Orga­ni­sa­tio­na­le Bypäs­se weiterlesen

Intervention in einem zerstrittenen Leitungsteam: Ein einfacher Leitfaden

Es gibt vie­le Model­le, an denen man sich ori­en­tie­ren kann, wenn es um die Fra­ge geht, wie man in einem Kon­flikt inter­ve­nie­ren kann. Und man kann schier end­lo­se Dis­kus­sio­nen dar­über füh­ren, wel­ches Modell nun bes­ser und wel­ches ggf. nicht so gut sei. Frei­lich kommt es auch auf die Aus­gangs­la­ge an, auf die Anzahl der Betei­lig­ten… Inter­ven­ti­on in einem zer­strit­te­nen Lei­tungs­team: Ein ein­fa­cher Leit­fa­den weiterlesen

Was tun Organisationsentwickler eigentlich?

Bera­ter kön­nen eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, wenn es dar­um geht, Orga­ni­sa­tio­nen zu opti­mie­ren oder wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Doch was genau tun Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler wäh­rend ihrer Arbeit? In ers­ter Linie hel­fen Bera­ter Orga­ni­sa­tio­nen dabei, in mög­lichst effi­zi­en­ter Wei­se ihren Zweck zu erfül­len. Der Zweck der Orga­ni­sa­ti­on dient dabei als Maß­stab: Eine Orga­ni­sa­ti­on exis­tiert zu einem bestimm­ten Zweck, und was… Was tun Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler eigent­lich? weiterlesen

Wie kann ich als Führungskraft mit Grüppchenbildung im Team umgehen?

Die­ser Text setzt sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der, was eine Füh­rungs­kraft tun kann, wenn es zur Bil­dung von Grüpp­chen in einem Team kommt. Die vor­ge­schla­ge­nen Hand­lungs­mög­lich­kei­ten rei­chen von „weich“ bis „etwas fes­ter“ und ent­spre­chen einer authen­ti­schen, den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zuge­wand­ten Füh­rungs­hal­tung. Es gibt auch Situa­tio­nen, in denen die Klä­rung von Kon­flik­ten mit den Mit­teln… Wie kann ich als Füh­rungs­kraft mit Grüpp­chen­bil­dung im Team umge­hen? weiterlesen

Drei Ebenen der Intervention in Teamentwicklungen: Das Konzept der „Interventionstiefe“

Will man ein Team ent­wi­ckeln oder in einem Team inter­ve­nie­ren, bspw. im Fal­le eines Kon­flikts, ist es hilf­reich, vor­her zu über­le­gen, in wel­cher „Tie­fe“ man dies tun kann oder soll­te. Man­che mei­nen ja nicht ohne Grund, dass eine gute Auf­trags­klä­rung bereits die hal­be Inter­ven­ti­on sei. Nach Argy­ris bedeu­tet eine Inter­ven­ti­on (Defi­ni­ti­on gleich am Anfang des… Drei Ebe­nen der Inter­ven­ti­on in Team­ent­wick­lun­gen: Das Kon­zept der „Inter­ven­ti­ons­tie­fe“ weiterlesen

Kulturschock – Selbstreflexion der Bewältigung einer kulturellen Anpassung

In Deutsch­land leben unge­fähr 11,82 Mil­lio­nen Aus­län­der. Dar­un­ter waren im Jahr 2021 8.870 aus Vene­zue­la. Im Rah­men der Glo­ba­li­sie­rung ist bei vie­len Men­schen aus wirt­schaft­lich schwa­chen Regio­nen der Wunsch danach, in ein ande­res Land zu zie­hen, immer stär­ker gewor­den. Sowohl Migran­ten als auch Per­so­nen der Mehr­heits­ge­sell­schaft haben gro­ße Schwie­rig­kei­ten bei der Bewäl­ti­gung von den Her­aus­for­de­run­gen, die… Kul­tur­schock – Selbst­re­fle­xi­on der Bewäl­ti­gung einer kul­tu­rel­len Anpas­sung weiterlesen

Wie bekommt man Ordnung in das Denken über Organisationen? Über den Organisationszweck als Denkmodell zur Führung, Entwicklung und Analyse von Organisationen

In die­sem Text geht es zunächst um den Ursprung, spä­ter um den Zweck von Orga­ni­sa­tio­nen. Aus der Betrach­tung des Zwecks einer Orga­ni­sa­ti­on erge­ben sich ver­schie­de­ne prak­tisch rele­van­te Hin­wei­se zum Ver­ständ­nis und zur Bera­tung bzw. Ent­wick­lung von Orga­ni­sa­tio­nen. Die metho­di­sche Umsetz­bar­keit der Dar­stel­lun­gen wird am Ende des Tex­tes anhand eines Pra­xis­bei­spiels illus­triert. Die anfäng­lich sehr aus­führ­li­chen… Wie bekommt man Ord­nung in das Den­ken über Orga­ni­sa­tio­nen? Über den Orga­ni­sa­ti­ons­zweck als Denk­mo­dell zur Füh­rung, Ent­wick­lung und Ana­ly­se von Orga­ni­sa­tio­nen weiterlesen

Ziehst Du Dein Unternehmen noch, oder schiebt es Dich schon?

In einem Gespräch mit dem Geschäfts­füh­rer einer Ret­­tungs­­­dienst-Gesel­l­­schaft, die ich als Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler beglei­te, for­mu­lier­te mein Gesprächs­part­ner eine Fra­ge, die mir seit­her nicht mehr aus dem Kopf geht. Weil sie tref­fend ist. Weil sie vie­les, wor­um sonst vie­le Wor­te gemacht wer­den, in weni­gen Wor­ten zusam­men­fasst. Gegen­stand des Gesprächs waren die nächs­ten Ent­wick­lungs­schrit­te des Unter­neh­mens. Anders als… Ziehst Du Dein Unter­neh­men noch, oder schiebt es Dich schon? weiterlesen

Die Passung von Mensch und Organisation: Hilfreiche Frage-Modelle für die Organisationsberatung — und einige Risiken und Fehler bei ihrem Einsatz

Um die kom­ple­xen Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Mensch und Orga­ni­sa­ti­on zu ver­ste­hen, steht eine kaum über­schau­ba­re Zahl von Model­len und Metho­den zur Ver­fü­gung. Für Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler und Bera­ter ist es regel­mä­ßig eine Her­aus­for­de­rung, sich für die rich­ti­gen Model­le und Vor­ge­hens­wei­sen zu ent­schei­den. Ob die ent­spre­chen­den Ent­schei­dun­gen „rich­tig“ — also hilf­reich — sind, wird in der Regel erst spä­ter… Die Pas­sung von Mensch und Orga­ni­sa­ti­on: Hilf­rei­che Fra­ge-Model­le für die Orga­ni­sa­ti­ons­be­ra­tung — und eini­ge Risi­ken und Feh­ler bei ihrem Ein­satz weiterlesen

Modelle und Methoden der Organisationsentwicklung, Teil 4: Welche Fragen kann ich stellen, um eine Organisation zu analysieren?

In Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs­pro­jek­ten geht es zunächst dar­um, die betref­fen­de Orga­ni­sa­ti­on zu ver­ste­hen. Etwas gene­ra­li­sie­rend könn­te man behaup­ten, dass man ein Unter­neh­men so lan­ge nicht ver­stan­den hat, bis man ver­sucht hat, es zu ver­än­dern. Da ist etwas dran, aber irgend­wo muss man begin­nen. Des­halb soll­te man mei­nes Erach­tens, und zwar unab­hän­gig davon, ob man eher Chan­ge Manage­ment… Model­le und Metho­den der Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung, Teil 4: Wel­che Fra­gen kann ich stel­len, um eine Orga­ni­sa­ti­on zu ana­ly­sie­ren? weiterlesen

Modelle und Methoden der Organisationsentwicklung, Teil 2: Drei Methoden für den Anfang

Was man am Anfang rich­tig macht, kann einem spä­ter nicht auf die Füße fal­len Wenn man bei­spiels­wei­se bei Team­ent­wick­lun­gen oder Füh­rungs­klau­su­ren am Anfang nach Erwar­tun­gen fragt oder — bei län­ge­ren bzw. grö­ße­ren Pro­jek­ten — Betrof­fe­ne von Anfang an betei­ligt und zu Exper­ten in eige­ner Sache macht, wird man weni­ger böse Über­ra­schun­gen erle­ben. Wor­um es geht In… Model­le und Metho­den der Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung, Teil 2: Drei Metho­den für den Anfang weiterlesen